Es gibt immer mehr Hunde die ein Verhalten zeigen das man mit hyperaktiv beschreiben könnte. Der Hund kommt nicht zur Ruhe. Sehr häufig bei Hütehunden zu beobachten.

Wie äußert sich das, und warum? 

Verhalten in der Wohnung:
Der Hund ist in der Wohnung angeblich entspannt, läuft Frauchen oder Herrchen ständig und überall hinterher, winselt wenn er vor einer Tür warten soll, kann nicht alleine bleiben.

Warum:
Sehr stark ausgeprägtes Hüteverhalten auch als Kontrolle zu bezeichnen. Der Hund versucht alles zu kontrollieren, deshalb läuft er auch ständig hinter Frauchen oder Herrchen hinterher.  Ein Hütehund hat das große Verlangen das Rudel zusammenzuhalten, dafür ist er gezüchtet. Wenn er das nicht kann bekommt er die Krise und es kommt zu Übersprungverhalten z.B. winseln, bellen, starkes hin und her laufen, anspringen, starkes hecheln. Das alles ist hochgradiger Stress für den Hund.

Tipp:
Dem Hund einen Liegeplatz zuweisen (Grenzen setzen). Sollte ein dauerhaftes verfolgen durch die Wohnung einsetzten ggf. mit einer Leine den Hund am Liegeplatz sichern. Auch eine Hundebox kann helfen dass der Hund lernt “er ist nicht für die Kontrolle zuständig”. Kann mehrere Tage dauern. Der Hund muss lernen das Sie den Raum kontrollieren und nicht er. Hier hilft auch eine Tabuzone die der Hund nicht betreten darf. Dies kann z.B. die Küche oder das Bad sein. Der Hund darf sich nicht in die Tabuzone begeben, stellen Sie sich eine unsichbaren Zaun vor. Dies setzten Sie körpersprachlich durch. Hier hilft nur Geduld, Ausdauer und Konsequenz.

Verhalten im Aussenbereich:
Bevor Sie die Wohnung mit dem Hund verlassen können Sie dem Hund kaum das Halsband oder Geschirr anlegen, der Hund ist völlig aufgeregt, winselt, dreht sich im Kreis, kratzt an der Eingangstür. Wenn die Tür aufgeht ist der Hund schon 5 Meter vor der Tür da haben Sie ihm noch gar nicht die Leine angemacht. Draußen angekommen zieht der Hund wie blöd an der Leine, kann sich fast nicht entspannen um sich zu lösen. Der Kopf und die Rute ist ganz nach oben gestellt, der Blick ist in die Ferne gerichtet und der Hund ist nicht ansprechbar. Der Halter denkt der Hund wäre nicht ausgelastet.

Warum:
Das gleicht was in der Wohnung als Verhalten auftritt, tritt jetzt im Außenbereich auf. Nur mit dem Unterschied dass hier das Kontroll- und Hüteverhalten sich sehr stark potenziert. Was in der Wohnung noch halbwegs für den Hund funktioniert, ist im Außenbereich für den Hund unmöglich. Das führt zur absoluten Krise beim Hund, zu extremen Stress und zum Unmut beim Halter. Die Unfallgefahr für Mensch und Hund steigt rapide an. Der Hund wird in seinem tun unberechenbar. Wenn versucht wird mit Leinenruck oder Kommandos den Hund zu erreichen kann das nicht gelingen. Der Hund ist vom Energieniveau auf einem Level von 97%, voll unter Strom und damit unansprechbar. Man braucht aber die Aufmerksamkeit des Hundes damit er ansprechbar wird.

Tipp:
Solange der Hund nicht ein ruhendes Verhalten in der Wohnung zeigt, beim anlegen von Halsband oder Geschirr, geht die Eingangstür nicht auf bzw. wieder zu und der Gassigang wird abgebrochen. Dies wiederholt sich so Lange bis der Hund ruhig wird. Dies gilt z.B. auch für das herauslassen aus dem Auto. Wenn das zu Erfolg geführt hat  dann geht der Halter zuerst durch die Tür. Sollte der Hund direkt an der Leine ziehen, Gassigang abbrechen zurückgehen und das gleiche Spiel wieder von vorne beginnen. “Geduld, Ausdauer und Konsequenz führen letztlich zum Erfolg. Sollte es bis auf die Straße einigermaßen ruhig funktionieren und dann fängt das alte Muster wieder an. Dann ist “Weniger-Mehr”. Also ganz kleine Gassirunden, immer den selben Weg, stehen bleiben Ruhe herstellen und die Außenreize wirken lassen. Den Hund Loben wenn er Ruhig ist, dabei aber nicht den Hund streicheln. Konsequente Regeln aufstellen, Gassirunden wenn möglich immer um die gleiche Zeit, Futter wenn möglich immer um die gleiche Zeit. Kein Toben, kein liegen auf dem Sofa, kein schlafen im Bett, Tabuzone einhalten, Hund auf dem Liegeplatz in Ruhe lassen. Eine Änderung kann erst erfolgen wenn der Hund die Ruhe zeigt und in seiner Energie ansprechbar wird. Dies kann sehr schnell gehen aber auch 6 Monate dauern.

Schlusswort:
Um diese Verhaltensänderung beim Hund zu bekommen, gilt es ein hohes Maß an Disziplin, Ausdauer, Geduld und Selbst-Ruhe einzuhalten. Frage dich ernsthaft ob du bereit bist das zu tun. Denn nur wenn du dein Verhalten änderst kann der Hund sein Verhalten ändern.

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© Leitwolfschule Autor Klaus Schwanitz

Verhalten im Raum…

Genau wie die Tiere nehmen wir Menschen Raum in Anspruch. Dieses Bedürfnis ist uns genetisch angeboren. Unsere Raumdimension umfasst mehrere Zonen. Die erste Zone ist der persönliche Raum. Er wird gebildet durch den Bereich unmittelbar um den Körper herum, eine Art Hülle also, die nach vorne hin weiter reicht als hinten und an den Seiten. Treten fremde oder unerwünschte Personen in diesen Raum hinein, entsteht sofort ein Störgefühl. Wir versuchen dann, die uns angenehme Distanz wieder herzustellen. Ist uns das nicht möglich, wie im Beispiel einer Fahrstuhlkabine, dann senken wir den Blick oder den Kopf und wenden den Körper ab um kein aggressives Verhalten zu provozieren. Read More →

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©bestehunde.de Autor Peter Dvorak

Es ist eine ganz einfache Regel: Hunde an der Leine haben an anderen Hunden nichts zu suchen, schon gar nicht, wenn der andere Hund ebenfalls an der Leine ist oder ohne zu fragen oder wenn sich die Hunde nicht kennen.

ÜBER DEN SINN UND ZWECK DER LEINE

Einfache Frage: Was ist eigentlich eine Hundeleine, bzw. wozu dient sie?  Eine Leine ist „… ein Riemen … an dem ein Tier, meistens ein Hund, geführt wird.“ Da haben wir es: Die Leine ist dazu da, den Hund zu führen, ihm zu sagen oder zu zeigen, wo es lang geht. Die Hundeleine ist NICHT dazu da, dass der Hund den Menschen dahin zieht, wo er ihn haben will – das gilt natürlich und im Besonderen auch für die so weit verbreitete Flexileine.

Eigentlich würde es als Grund gegen Sozialkontakte an der Leine schon reichen, wenn ein Hundehalter sagt: „Bitte nein“ – da diese nette Bitte aber oftmals mehr Fragen und Widersprüche provoziert als Verständnis, seien in der Folge auch „handfeste“ Gründe aufgeführt, die dagegen sprechen, angeleinte Hunde zueinander zu lassen.

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Wenn ich mit meinem Frauchen unterwegs bin dann bin ich der Chef.
Ich verbelle alles was mir in den Weg kommt oder im Weg steht.
Ob Hund oder Spaziergänger ich verbelle Sie bis sie nicht mehr in Sichtweite sind.
Mein Frauchen ist deshalb schon sehr genervt, ich mach das nämlich schon 4 Jahre. Letzte Woche hat Frauchen entschieden „Wir gehen zu Leitwolf-Training“.
Ich bin mal gespannt, den Leitwolf werde ich’s schon zeigen. Bin schließlich der Chef…
nicolehund[Foto Nicole]

Stellen sie sich vor Sie gehen mit Ihrem Hund spazieren und es kommt ihnen ein Mensch mit seinem Hund entgegen. Der Hund ist ein großer schwarzer Schäferhund und läuft mehrere Meter ohne Leine vor seinem Menschen.  Was denken sie jetzt?

“ Oh, ob das gut ausgeht? „. Ihre Spannung steigt, hoffentlich bin ich bald vorbei. Jetzt kommt der schwarze Schäferhund auch noch auf mich und meinen Hund zu.  Gleich passiert etwas Schlimmes.

Was, es passiert gar nichts. Wie, die Hunde gehen ganz entspannt aneinander vorbei. Warum, habe ich mich dann so aufgeregt.

Hätte ich eine Möglichkeit dies vorher zu sehen.

Ein ganz klares „JA“. Sie hätten es sehen können wenn Sie Ihren Hund beobachtet hätten. Dann hätten Sie gesehen das er am Wegesrand schnüffelt oder das Bein hebt oder den Kopf abwendet, er möglicherweise einen Meter hinter Ihnen läuft oder drei Meter vor Ihnen.

Hunde kommunizieren schon auf große Entfernungen miteinander. Aus dieser Entfernung können wir Menschen noch nicht mal die Größe und die Hunderasse einschätzen. Die Signale werden beim aufeinander zugehen immer deutlicher und signalisieren dem gegenüber z.B. „Hallo, ich komme dir entgegen aber ich möchte nichts von dir.

Der Hund sendet unentwegt Signale aus um sich seiner Umwelt mitzuteilen. Wenn wir genau hinschauen können wir diese Signale erkennen. Unser Blick auf die Gestik, Mimik  und Bewegung des Hundes bringt uns ein großes Stück in Richtung Signalerkennung bei Hunden weiter.  An uns liegt es dies zu erkennen und richtig zuzuordnen.

So weiß ich schon frühzeitig ob ich mit meinem Hund einen Bogen laufe, um dem Gegenüber mit seinem Hund mehr freien Raum zu lassen oder einer entspannten Kennenlern-Situation zweier Hunde zusehen kann.

An diesen Beispielen können sie sehen wie der Mensch die Signale des Hundes falsch oder zu spät deutet und es dadurch unweigerlich zu Missverständnissen kommt. Wenn sie nachher mit ihrem Hund Gassi gehen, dann beobachten sie das mal genau und teilen mir ihre Erfahrung über die Kommentarfunktion [Leave a Comment] mit.

Euer Leitwolf-Trainer
Klaus Schwanitz

Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.
(Laozi)