Das Anspringen – Der Hund ist nicht erzogen

Wenn ein Hund einen Menschen anspringt heißt es meist „der ist nicht erzogen“ oder gar „der ist dominant“.

Oft ist es ja auch so, dass wenn ein kleiner Hund oder sogar Welpen an einem Menschen hochspringen sie dafür belohnt und bestätigt werden, man spricht mit ihnen, man findet das süß, nur wenn der Hund dann mal größer geworden ist, dann wird geschimpft, obwohl er sonst immer dafür belohnt wurde.

Und gar zu behaupten der Hund sei dominant ist eigentlich ganz fatal, denn Hunde springen an Menschen hoch um an ihre Mundwinkel zu kommen um sie zu bei der Begrüßung zum Beispiel zu lecken. Denn das ist eine Unterwerfungsgeste, genau das Gegenteil einer dominanten Geste!

Das Hochspringen ist ein hundetypisches Verhalten, er macht in guter Absicht eine Unterwerfungsgeste, die vom Menschen falsch verstanden wird. Und da der Menschenmund nicht so einfach wie ein Hundemund zu erreichen ist, springt der Hund hoch. Als Alternative kann man dem Hund auch beibringen an der Hand zu lecken.

Wenn der Mensch dann anfängt den Hund für das Springen anzuschreien, desto mehr versucht der Hund zu springen, denn er möchte den wütenden Menschen beschwichtigen und so beginnt ein Teufelskreis.

© Georgia Strüber geb. Laios

Calming Signals, auf deutsch Beschwichtigungssignale, sind Signale, die Hunde aussenden, wenn sie etwas beunruhigt oder wenn sie merken, dass jemand anderes beunruhigt ist. Sie beschwichtigen damit sowohl sich selbst als auch ihr Gegenüber bzw. das, was sie beunruhigt. Dies geschieht zur Vorbeugung von Konflikten, also lange bevor ein Konflikt entsteht. Hunde wenden diese Konflikt lösenden Signale an und können sie verstehen, überall auf der Welt und von Welpenbeinen an.

Welche Calming Signals gibt es? Read More →

Artikelserie „Teil -8-„

Beschwichtigungssignale für ein besseres Verständnis

Vielleicht geht es Ihnen ähnlich wie uns: Wenn Sie die Beschwichtigungssignale kennen, erscheint es Ihnen, als könnten Sie in Ihrem Hund lesen wie in einem offenen Buch. Sie erhalten zu jeder Zeit Auskunft über seine Gefühlslage. Sie sehen plötzlich, was in der Begegnung mit anderen Hunden tatsächlich “abläuft”. Sie sehen auch, wie sich andere Hunde fühlen und welche Signale sie an ihre Besitzer senden – das ist übrigens nicht immer schön… Vielleicht wird so manch ein Missverständnis zwischen Ihnen und Ihrem Hund bereinigt, denn Sie wissen nun, dass es für Ihren Hund wichtiger ist, Konflikte zu lösen und zu deeskalieren, als um jeden Preis “gehorsam” zu sein.

Beschwichtigungssignale unter Hunden: höchst wünschenswert

Freuen Sie sich, wenn Sie einen Hund haben, der im Umgang mit anderen Hunden viele Beschwichtigungssignale anwendet! Geben Sie ihm genug Freiraum, diese Signale auch zu zeigen und beobachten Sie die faszinierende Bandbreite der Kommunikation, die sich dadurch ergibt.

Beschwichtigungssignale als Informationsquellen: Situationen entschärfen

calming-signals-birte-umarmtNicht jedes Beschwichtigungssignal löst gleich Handlungsbedarf aus. Wenn es jedoch Situationen gibt, in denen Ihr Hund im Umgang mit Ihnen oder mit anderen Menschen häufig und deutlich Beschwichtigungssignale anwendet, dann sollten Sie aktiv werden. Ihr Hund teilt Ihnen dadurch mit, wann es ihm unbehaglich ist und was ihn beunruhigt. Oft ist es ein Leichtes, diese Situationen zu “entschärfen”: Vielleicht mag es Ihr Vierbeiner lieber, wenn Sie ihn an der Brust kraulen statt den Arm um in zu legen oder über seinen Kopf zu wuscheln. Vielleicht weiß er es zu schätzen, wenn Sie sich beim Anleinen eher seitlich neben ihn hocken, anstatt sich über ihn zu beugen. Vielleicht bleibt er entspannter, wenn Sie die “Kommandos” im Training mit bewusst freundlicher Stimme geben. Und so weiter.

Wer auf Beschwichtigungssignale achtet und seinem Hund aus beunruhigenden Situationen heraus hilft, kann vielen Problemen vorbeugen. Beißvorfälle, die vermeintlich “ohne Vorwarnung” und “aus heiterem Himmel” geschehen, haben häufig eine klassische Vorgeschichte – und sind oftmals vermeidbar. Ein Beispiel: Ein Hund, der von einem Kind bedrängt wird (zum Beispiel herzlich in den Arm genommen wird), drückt sein Unbehagen im Regelfall zunächst durch Beschwichtigungssignale aus (beispielsweise: Wegdrehen des Kopfes, Züngeln, Gähnen). Werden die Beschwichtigungssignale jedoch nicht verstanden und hat der Hund keine Möglichkeit, sich aus der Situation zurück zu ziehen, muss er “deutlicher” werden und zeigt als Nächstes “distanzvergrößernde” Signale. Er knurrt dann, zum Beispiel. Fruchtet auch dies nicht (oder wird dies im schlimmsten Fall sogar bestraft und ist damit aus Hundesicht “verboten”) und hat der Hund keine Chance, der Bedrängnis zu entfliehen, gibt es für ihn nur noch eine Möglichkeit: Schnappen oder – schlimmstenfalls – Beißen…

Dass es so dramatisch erst gar nicht wird, dafür sorgen Sie. Wenn Sie darauf achten, was Ihr Hund Ihnen “sagt” und entsprechend reagieren, dann hat Ihr Hund keinen Anlass, “deutlicher” zu werden. Im Gegenteil: Er fühlt sich von Ihnen verstanden, ist bei Ihnen in Sicherheit und kann entspannt mit Ihnen durch den Alltag gehen.

Beschwichtigungssignale selbst anwenden!

Calming Signals sind nicht nur Informationsquellen, auf die wir Menschen reagieren können. Wir können sie als wichtiges Kommunikationswerkzeug auch selbst einsetzen. Hier ein paar Beispiele:

  • calming-signals-begegnung-ausweichenBegegnen Sie einem Hund, der Ihnen gegenüber unsicher ist oder den Ihre Gegenwart beunruhigt, können Sie ihn beruhigen, indem Sie nicht direkt auf ihn zugehen und ihm nicht direkt in die Augen schauen. Drehen Sie sich stattdessen ein wenig zur Seite, wenden Sie den Blick ab – und der Hund wird sich gleich besser fühlen.
  • Gehen Sie mit einem Hund spazieren, der ein Problem mit anderen Hunden hat, so erleichtern Sie ihm die Begegnung mit Artgenossen, indem Sie mit Ihrem Hund gemeinsam einen Bogen schlagen. Ihr eigener Hund kann damit die Distanz einhalten, die er zu anderen Hunden braucht, und der andere Hund wird dieses Signal verstehen. Gut möglich, dass er seinerseits mit Beschwichtigungssignalen antwortet, was die Situation weiter entspannt.
  • In ähnlichen Situationen können Sie sich auch das “Splitten” zunutze machen: Wenn Sie zwischen Ihrem Hund und dem anderen gehen, erleichtern Sie das aneinander vorbei Gehen. Gehen Sie mit zwei angeleinten Hunden spazieren, die zunächst Probleme miteinander haben, so hilft es ihnen, wenn beim Spaziergang zunächst mehrere Menschen zwischen ihnen laufen.
  • Ihnen kommt ein angeleinter Hund entgegen, der offensichtlich Probleme mit Artgenossen hat? Wenn Sie mit Ihrem Hund ein wenig zur Seite gehen und ihn ein paar Leckerchen am Boden suchen lassen, dann wirkt das auf den entgegenkommenden Hund stark deeskalierend – und Sie helfen dem Hund-Mensch-Team auf dezente Art und Weise, gut durch die Situation zu kommen.

Die Möglichkeiten, praktischen Nutzen aus dem Einsatz von Beschwichtigungssignalen zu ziehen, sind vielfältig. Probieren Sie es doch einfach mal aus! Seien Sie sicher: Das Zusammenleben mit Ihrem Hund wird dadurch reicher!

Auch im Leitwolf-Training werden alle diese Signale deutlich in der Video-Analyse nach jeder Übung gezeigt und erklärt. Das ist einer der Unterschiede zu anderen Mitbewerbern.

Alles geht mal zu Ende, auch diese Artikelserie. Ich hoffe Sie konnten ein Nutzen aus der Serie ziehen und freue mich schon Sie bei der nächsten Artikelserie zu begrüßen.

Wenn Sie Lust haben dann schreiben Sie hier einen Kommentar und berichten über ihrer Erfahrung die Sie gemacht haben. Mich würde es freuen ein Feedback zu bekommen.

Und jetzt gehen Sie entspannt, gelassen und mit Freude mit ihrer Fellnase spazieren. Ich tue das jetzt auch…

Euer Leitwolf-Trainer
Klaus Schwanitz

 

Artikelserie „Teil -7-„

Sich ruhig hinsetzen oder hinlegen

Wenn in der Hundegruppe einem der Beteiligten das Spiel zu wüst wird oder ein Artgenosse allzu stürmisch des Weges kommt, setzen oder legen sich Hunde häufig ganz ruhig hin. Die beiden Minis auf den unteren Bildern sitzen oder liegen ganz still, während die größeren Hunde Kontakt aufnehmen.
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Am Boden schnüffeln

Hunde lieben Gerüche – und haben ihre Nasen häufig am Boden, das ist klar. Allerdings wird das Schnüffeln auch – deutlich wahrnehmbar – als Beschwichtigungssignal eingesetzt, denn es wirkt stark deeskalierend.

Zur Anwendung kommt das Schnüffeln häufig in der Begegnung mit Artgenossen. In beiden Bildern unten wird jeweils auf die Kontaktaufnahme neugieriger Artgenossen mit Schnüffeln am Boden reagiert. Die beiden Beagles auf dem linken Bild wenden dem Kontakt aufnehmenden Artgenossen außerdem ihr Hinterteil zu.
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Gegenüber uns Menschen wird das Schnüffeln am Boden auffällig oft gezeigt, wenn wir angespannt sind (zum Beispiel ungeduldig nach unserem Hund rufen) oder den Hund im Training überfordern. Wir Zweibeiner missverstehen das häufig als Ungehorsam oder Unkonzentriertheit – erst recht, wenn es in Kombination mit einer Verlangsamung von Bewegungen einher geht. Ein Teufelskreis, denn wenn wir Zweibeiner uns darüber ärgern, ist das für den Hund erst recht Anlass, Beschwichtigungssignale zu zeigen.

Vorderkörper-Tiefstellung

calming-signals-muecke-vorderkoerpertiefstellungWas aussieht wie eine typische Spielaufforderung oder eine Verbeugung, ist oft ebenfalls ein Calming Signal. Die Vorderkörpertiefstellung wird häufig im Spiel mit Artgenossen eingesetzt, um das Spiel zu entschleunigen bzw. sich in kleinen Pausen mit dem Spielpartner abzustimmen, dass “alles nur Spiel” ist.

Auf unserem Bild deutet Mücke durch Vorderkörpertiefstellung an, dass sie sich im Moment in ihrer Trainingseinheit überfordert fühlen könnte.

Die Pfote heben

calming-signals-asta-pfote-hebenBeagle Asta fühlt sich nicht wohl auf der umzäunten Hundewiese und steht an der Tür. Gleichzeitig wird sie von einem Artgenossen beschnuppert. Sie kann nicht ausweichen, wendet jedoch den Blick ab und hebt ihre Pfote.

Einen Bogen laufen

Höfliche Hunde machen umeinander einen kleinen Bogen, bevor sie sich beschnüffeln. Sie gehen selten frontal aufeinander zu. Die Beagles auf den beiden Bildern zeigen, wie es funktioniert. Das Bogenlaufen zeigen Hunde auch uns Menschen gegenüber – und werden von uns häufig gründlich missverstanden: Wenn unser Hund nicht schnurstracks auf uns zu kommt, wenn wir ihn rufen, sondern einen Bogen schlägt, werten wir das häufig als Provokation.

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Splitten

Wenn zwei Hunde oder Menschen zu nahe beieinander sind, könnte das aus Sicht des Hundes in einen Konflikt münden. Um dies zu vermeiden, versuchen manche Hunde, zu “splitten”, sich also zwischen Hunde oder Menschen zu stellen. Wer eine Welpengruppe organisiert, weiß, welch eine Hilfe ein sozial kompetenter, erwachsener Hund sein kann, der sich zwischen zwei all zu wild spielende Welpen stellt. Gesplittet wird häufig aber auch, wenn sich zwei Menschen umarmen oder eng nebeneinander auf dem Sofa sitzen. Wenn der Hund sich dann dazwischen schiebt, wird das von uns oft als “Eifersucht” oder gar “Dominanz” fehlinterpretiert.

Pinkeln

calming-signals-beagle-tierheim-pinkelnAuch Pinkeln kann der Beschwichtigung dienen – und ist natürlich (wie viele andere Beschwichtigungssignale auch) immer im Kontext der Gesamtsituation zu beurteilen. Der Beagle in unserer Bildreihe soll für eine Tiervermittlungs-Webseite fotografiert werden (Anmerkung am Rande: Der Beagle trägt ein Würgehalsband – so etwas ist erfreulicherweise inzwischen längst aus dem Tierheim verbannt). Er hat bereits ein paar Tage im Tierheim gesessen und ist entsprechend gestresst. Dann soll er auch noch eine gute Figur machen und in die Kamera gucken. Der Beagle zeigt eine Vielzahl von Beschwichtigungssignalen: Er züngelt, er schnüffelt am Boden, er wendet seinen Kopf und seinen Körper ab, er hebt seine Vorderpfote – und er pinkelt.

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Generell ist Pinkeln Bestandteil der friedlichen Kommunikation unter Hunden (und sollte deshalb übrigens auch beim Hundetraining erlaubt sein!). Sie hinterlassen damit sozusagen ihre Nachrichten an der Hunde-Pinnwand… Wenn mehrere Hunde zusammen kommen und das Zusammensein genießen, veranstalten sie häufig eine regelrechte “Pinkel-Party”: Einer fängt an, die anderen machen mit – ein echtes gesellschaftliches Ereignis also. Übrigens – genau wie beim Menschen gilt beim Hund: je aufgeregter man ist, umso häufiger “muss” man…

Der praktische Nutzen in Teil acht >>>>

 

Artikelserie „Teil -6-„

Bestimmt kennen Sie Situationen wie diese: Sie gehen morgens mit Ihrem Hund spazieren, sind mit Ihren Gedanken vielleicht schon halb bei der Arbeit und haben es ein wenig eilig. Weil Ihr Hund wieder einmal ewig an einem Baum die Zeitung liest, rufen Sie ihn mit etwas Ungeduld in der Stimme – er soll sich mal ein bisschen beeilen. Doch was tut dieser? Trödelt scheinbar noch mehr rum, kommt gaaaanz langsam auf Sie zu. Oder: Sie sind auf dem Hundeplatz und sollen mit Ihrem Hund das bislang geübte vorführen. Sie sind ein wenig nervös, weil alle zuschauen. Sie geben Ihrem Hund ein Kommando – und statt es blitzartig (wie sonst immer) auszuführen, bewegt sich Ihr Hund nur noch in Zeitlupe.

In beiden Fällen ist es wahrscheinlich, dass Ihr Hund auf Ihre Anspannung reagiert, die sich ihm durch kleinste Veränderungen von Stimme und Körpersprache mitteilt. Die Verlangsamung von Bewegungen gehört zu den Beschwichtigungssignalen – und ist in den beschriebenen Situationen oft ein ein gut gemeinter Versuch des Hundes, die Situation zu entspannen (“alles gut, bloß keinen Stress”). Von uns Menschen wird das häufig gründlich missverstanden: “Warum um Himmels Willen ist der Hund so langsam, wenn es darauf ankommt?” Sein Beschwichtigungsversuch wird von uns oftmals als Ungehorsam, Ignoranz oder gar “Dominanz” interpretiert.

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Übrigens: Untereinander zeigen Hunde dieses Beschwichtigungssignal ebenfalls. Die Verlangsamung von Bewegungen kann dabei helfen, Begegnungen zu entspannen. So bleibt der Beagle rechts im Bild ganz ruhig und mit abgewandtem Blick stehen, als der etwas aufgeregtere Artgenosse (zu erkennen an der steifen Rutenhaltung) Schnupperkontakt aufnimmt.

Weiter im siebten Teil >>>>

Artikelserie „Teil -5-„

Ganz klar: Hunde gähnen genau wie wir, wenn sie müde sind! Aber: Gähnen gehört auch zu den häufig gezeigten Beschwichtigungssignalen und hat dann nichts mit Müdigkeit zu tun. Achten Sie einmal darauf, wenn Sie Anstalten machen, zum Spaziergang aufzubrechen und Ihr Hund ist deshalb schon ganz aufgeregt. Viele Hunde gähnen in solchen Situationen um sich selbst zu beruhigen.

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Auf unserem Bild links posieren die Beagles Lina und Jacko für ein Foto und wurden dicht an dicht auf einem Baumstumpf positioniert. Auch, wenn beide Hunde sich prima verstehen: Das ist anscheinend ein wenig zu eng – und so wendet Jacko den Kopf ab und gähnt. Unten wird Beagle Asta von Frauchen in eine Decke gehüllt und warm gehalten. Offensichtlich ein bisschen zu viel Nähe, Asta dreht den Kopf zur Seite und gähnt. Beschwichtigungssignale wie aus dem Bilderbuch zeigen Asta und Labrador Oscar: Für ein Erinnerungsfoto eng beieinander positioniert und dazu noch mit der Kamera vor der Nase, dreht Oscar den Kopf zur Seite und gähnt, Asta wendet sich ebenfalls ab und blinzelt.

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Border Collie Coda fühlt sich offenbar angesichts der nahen Kamera unbehaglich: Er dreht den Kopf nach links, nach rechts, schließlich gähnt er.

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Die Hundegruppe unten zeigt Calming Signals wie aus dem Bilderbuch – und wie schon auf den Bilden zuvor wird deutlich, dass Beschwichtigungssignale häufig miteinander kombiniert werden: Alle vier Hunde werden für ein Foto eng beieinander abgelegt bzw. -gesetzt. Auch, wenn sie sich gut verstehen: Die Nähe ist – hundetypisch – für sie anspruchsvoll. Auf dem ersten Bild drehen die beiden Collie-Damen (vorne Mitte und rechts) ihre Köpfe zu Seite. Auslöser dafür könnten sowohl der fotografierende Mensch direkt vor den Hunden als auch die Enge in der Hundegruppe sein. Auf das deutliche Kopfwegdrehen von Collie-Dame Lana (vorne in der Mitte) reagiert wiederum Beagle Asta (hinten) und wendet sich ab. Im zweiten Bild wurden die Collie-Damen animiert, wieder nach vorne zu schauen (schließlich sollte das Bild schön werden). Daraufhin dreht sich auch Asta wieder nach vorne (vermutlich, da kein Collie-Gesicht mehr auf sie gerichtet ist). Dafür gähnt jetzt Border Collie Coda (vermutlich, weil Lanas Kopf wieder näher gerückt ist).

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Sich abwenden / sich mit dem Rücken zum Hund oder Menschen stellen

Hunde beschwichtigen uns Menschen und ihresgleichen, indem sie sich umdrehen und ihrem Gegenüber den Rücken zudrehen. Beagle Asta und Labrador Oscar zeigen dies auf dem unter “Gähnen” aufgeführten Bild. Einige Hunde drehen sich bei der Begrüßung ihrer Menschen um und strecken ihnen ihren Rücken entgegen.

hier geht es zum sechsten Teil >>>>

Artikelserie „Teil -4-„

Das Abwenden des Blickes oder sogar des gesamten Kopfes ist ein oft zu beobachtendes Beschwichtigungssignal. Ohnehin gilt direkter Blickkontakt und Anstarren unter Hunden als unhöflich und wird von gut sozialisierten Hunden vermieden.

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Die Beagles auf den ersten drei Bildern reagieren auf die greifenden Hände der Zweibeiner und drehen ihre Köpfe deutlich weg, als sie umarmt und nach ihren Pfoten gegriffen wird. Es ist anzunehmen, dass die Enge der Situation Unbehagen auslöst.

Auf dem nächsten Bild weist die Körpersprache von Beagle Asta darauf hin, dass ihr die Enge zwischen Menschen und Artgenossen etwas zu viel ist. Auf dem mittleren Bild dreht sie den Kopf zur Seite, als ein anderer Vierbeiner Kontakt aufnimmt. “Etwas unheimlich” könnte das in diesem Kontext heißen, aber auch Höflichkeit und friedliche Absicht signalisieren. Auf dem letzten Bild ist die auf die Hunde gerichtete Kamera bzw. der zugehörige nach vorn gebeugte Mensch Auslöser für Calming Signals: Der Foxhound dreht seinen Kopf von der Kamera weg, der Beagle kneift die Augen zusammen.

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…und im fünften Teil geht es weiter>>>>